Nach Kölner VG-Urteil: KEINE Genehmigung für schwerstkranke Cannabispatienten

Am 22.07.2014 urteilte das VG Köln (wir berichteten), dass Patienten in Ausnahmefällen der Eigenanbau ihrer Medizin erlaubt werden müßen. Der Cannabispatient Günther Weiglein teilte nun auf seiner Facebookseite mit, dass das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bzw. die ihr unterstellte „Bundesopiumstelle“ gegen das Urteil Berufung eingelegt habe. Obwohl sie sich das teure Apothekencannabis nicht leisten können, wird so schwerkranken Menschen die notwendige Medizin auf legalem Wege vorenthalten.     

Günther Weiglein zufolge meint sein Rechtsanwalt Schillo dazu, dass derzeit im Bundesgesundheitsministerium geprüft wird, wie mit der Lage umzugehen ist. Dort sei allerdings der Einfluss der Pharmaindustrie stark, die ihre ganze Lobbymacht gegen die Naturmedizin einsetzen werde, da sie die Cannabis-Wirkstoffe (insbesondere THC und CBD) nicht patentieren könne und deren Verbreitung ein „Schlag gegen den Schhmerzmittel- und Spasmolytikamarkt“ wäre. Der bayrische Rundfunk berichtet, dass RA Schillo wenn nötig bis vors Bundesverfassungsgericht ziehen will.
Wir fordern die BfArM auf, den Interessen der eigenen Bevölkerung und insbesondere der schwerstkranken Menschen Vorrang zu geben vor den Gewinninteressen Internationaler Pharmaunternehmen. Unser Aktivist Markus Strotmann meint dazu: „Dass Günther nun bereits seit über 4 Jahren für seine Medizin kämpfen muß, ist unfassbar. Die BfArM sollte Menschlichkeit vor politisches Kalkül stellen„. Jurastudent Jonas Höltig ergänzt: „Zumindest hätte die Einlegung der Berufung auch den Vorteil, dass somit ein positives und gewichtigeres Urteil von einer höheren Instanz gefällt werden kann.“ Auch bleibt das Thema Cannabis dadurch weiterhin in den Medien präsent, was für die gesellschaftliche Debatte essentiell ist.
Nun rufen wir zur Unterstützung der Bundestagspetition 52664 von Dr. med. Franjo Grotenhermen, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin, auf. Dies ist noch bis zum 10.09.2014 online sowie auf Papier möglich. Die Hanffreunde Münster sammeln hierzu Unterschriften in der Münsteraner Innenstadt. Ziel der Petition ist die Kostenerstattung von Cannabis als Medizin durch die Krankenkassen sowie die Einstellung von Strafverfahren gegen Patienten.
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